| Eine ganz (un-)harmonische Kreuzfahrt | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Aktuell: Bilder und Rezension vom Konzert in Offstein am 25.10.2008 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Noch wenige Minuten bis zum Ablegen des Kreuzfahrtschiffes MS Melodic - und immer noch keine Spur von der Showband "The John Boys", die eigentlich das Captains Dinner musikalisch untermalen sollte. Denn wie immer im Leben kommt alles ganz anders... Lassen Sie sich einladen auf eine musikalische Weltreise zu schrägen Verwandten, seltsamen Vorlieben und exotischen Bräuchen. In anderthalb Stunden geht es von der Landungsbrücke direkt ins melodische Paradies. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wormser Zeitung vom 31.10.2008: Ein Aufmarsch bunter Charaktere - Paderborner A-Cappella-Ensemble "Art de Quart" bietet Bekanntes und Nie-Gehörtes in Offstein Von Claudia Wößner OFFSTEIN Die erste Kreuzfahrt steht an. In wenigen Minuten legt das Schiff ab. Der bodenständige Herr mit dem Strohhut und der Kamera um den Hals ist dementsprechend aufgeregt. Er winkt noch schnell seiner Tante zu. Schon kommt auch der Rest der Crew, der "Art de Quart" auf "großer Fahrt" begleitet. Nun legte das Kreuzfahrt-Schiff in Offstein an. Zugunsten der kickenden TuS-Jugend stoppte das stimmgewaltige A-Cappella-Ensemble aus Paderborn in Westfalen für einen längeren Landgang. Die Engelsberghalle war voll, das Publikum begeistert und die Sänger glücklich. Dass das Quartett nicht nur sängerisch auf der Höhe ist, präsentierte "Art de Quart" gleich zu Beginn. Denn da hatten Thomas Burgey (Bass), Thomas John (Bariton), Daniel Laufer (Zweiter Tenor) und Andreas Bannenberg (Erster Tenor) den feinen Zwirn in der Garderobe gelassen und bewiesen ihr schauspielerisches Können. Mit Humor und Witz sorgten die Musiker für gute Unterhaltung. Während John den Touristen mit der "Knipse" gab, kam Burgey in leuchtend weißer Uniform als Schiffssteward daher. Doch das Duo vom Kai wurde noch von dem joggenden Passagier Laufer in den Schatten gestellt. Die Haare zurückgegelt, eine schwere Goldkette um den Hals, mit Trainingshose und -jacke sowie weißem Unterhemd ausgestattet, konnte man den fleischgewordenen Proleten bewundern. Bannenberg, gehüllt in schwarze Lederjacke und verwaschene blaue Jeans, markierte dagegen mit seiner dunklen Sonnenbrille den coolen Burschen. Das Publikum hatte an diesem Aufmarsch bunter Charaktere seine helle Freude. Auch, weil die Bühnen-Schauspieler bei ihren Einlagen zugleich ihre ganze Stimmenpracht ausschöpften. Wer die "Comedian Harmonists" oder Max Raabe erwartete, war freilich fehl am Platz. Dennoch gab es soliden A-Cappella-Gesang zu hören. Mit dem Eintrittsticket hatten die Besucher ein besonderes Gefühl gekauft: Bewunderung und Staunen, was Profis nur mit ihrem Mund anstellen können, welche Geräusche, welche Laute sie ganz ohne Instrumentalbegleitung ihrem Körper entlocken können. Das Repertoire der Paderborner war groß. Das Vokalensemble schlug gekonnt einen musikalischen Bogen von Altbekanntem zu Noch-Nie-Gehörtem. In eigenen Arrangements setzten "Art de Quart" ihre harmonischen Spitzen. Evergreens von den "Comedian Harmonists", den "Prinzen" oder von "Queen" bekamen einen neuen, unverwechselbaren Klang. "Mein kleiner grüner Kaktus" blühte "In einem kühlen Grunde" ganz neu auf. Am Ende war jedoch sowieso "Alles nur geklaut" - auch wenn es "Aber bitte mit Sahne" war. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||